Building-up Stabat Mater

alle : © Grossmanns Büro; * : aus: How the other lives, Jacob A. Riis, New York, 1971

Freiheit ! Nicht deren (oder: … nothing new under the sun …).

Der Ästhetisierung der Politik kann nur die Entästhetisierung der Kunst entgegengehalten werden. Unser hyperliberales System spricht sich vom politischen Sachzwang frei und gibt sich somit alternativlos, als notwendige Sache, somit als einzige Totalität, spricht dabei von (Gestaltungs)freiheit. Frei aber ist nur, der besitzt. Der Besitz wird zur Ersatzreligion in unserer säkularisierten Welt. Und die Freiheit durch den Besitz wird sauber gehalten mit einem neurotischen Waschzwang.

Mit der Entästhesierung des Kunstwerkes geht ihr Waren(Besitz)charakter (ihr säkularisierter bürgerlicher Kult) verloren. Die Zertrümmerung der Aura (Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit, Frankfurt 1970, S. 19) liquidiert den bürgerlichen Kunstbegriff durch seine Reproduzierbarkeit. Die Zertrümmerung der Aura wird zur Signatur einer Wahrnehmung (a.a.O., S. 19), die Destruktion des Kunstbegriffes führt über in die gespiegelte Ästhetik der Politik. Wobei hier Reproduzierbarkeit mit austauschbar verwechselt wird, entideologisiert durch die Ideologie des Alternativlosen (a.a.O., S. 49). Es entsteht die ästhetische Utopie des kapitalistischen Totalitarismus (Martin Jürgens, in: Ästhetik und Gewalt, Gütersloh; 1970; S. 19).

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